Anette Schramm

Die Lehrer

Was wäre eine Schule ohne ihre Lehrer? Nun, aus Nerdsicht ein hervorragender Ort um seine neusten kopierten Disketten und Tapes zu tauschen. Wir hatten im Laufe der Zeit viele verschiedene Lehrer kennengelernt, mir persönlich sind aber nur einige wenige bis heute im Gedächtnis geblieben, von denen ich in den letzten Tagen damals zum Glück auch noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen habe.

Da wäre zunächst unsere Klassenlehrerin von der 7. bis zur 10. Klasse – Anette Schramm. Anette verstand es immer sehr gut die Klasse für ihre Anliegen zu gewinnen und wurde über die Zeit eher eine gute Freundin als “nur” eine Lehrerin von vielen. Das ging schon in der 7. Klasse los als es große Aufregung wegen der Mathematiknoten von Frau Kaiser gab. Soweit ich mich erinnere vermittelte sie damals zwischen den Eltern und der Schule und unser Verhältnis zu Frau Kaiser normalisierte sich in den nächsten Jahren völlig. Zum Schluß fühlten wir uns bei Anette auch eher wie eine Familie als eine Klasse, auch wenn diese nach wie vor aus Individualisten und Grüppchen bestand wie so oft.

Zu Frau Kaiser weiss ich aus der Schulzeit sonst nicht mehr viel, nur dass ich mich bei ihr von einer anfänglichen 5 auf eine 2 hochgearbeitet hatte und dass die Welt ein Dorf ist. Einer meiner heutigen Kollegen ist nämlich mit ihrer Tochter verheiratet, die mit meinem Frauchen zusammen studiert hat. Frau Thyssen war immer sehr adrett gekleidet und sehr auf Genauigkeit bedacht. Manchem mag ihr Pedantismus nicht behagt haben, ich empfand es damals als Ansporn zu noch besseren Noten und habe bei ihr viel über die deutsche Sprache und Rechtschreibung gelernt. Über Frau Thyssen weiß ich noch, dass sie leider schon vor 15 Jahren, also ca. um das Jahr 2000 herum gestorben ist.

Bei Frau Callsen hatten wir Chemie gehabt, in einem Raum an den ich später immer in der Uni zurückdenken musste, die Sitzreihen mit gekachelten Tischen so leicht abgestuft und erhöht wie ein Kino. Und eine gute Show bekamen wir bei ihr auch, ich werde nie den (forcierten) Fettbrand vergessen den sie mit ein wenig Wasser zu löschen “versuchte”. Da ich in der ersten Reihe saß hinterließ dies bei mir bis heute einen bleibenden Eindruck, auch der anschließende Feuerwehreinsatz mit verrußter Decke war recht interessant. Chemie fand ich toll bis zum Abitur, danach nicht mehr.

Bei Frau Hamann hatten wir damals Biologie. Wobei ich mich kaum an das Thema an sich oder irgendwelche besonderen Begebenheiten daraus erinnern kann.

Herr Fried müsste heute eigentlich mein Lieblingslehrer sein weil ich selbst in die IT gegangen bin. Allerdings hatte ich mich ja schon damals für die IT interessiert, IT hieß da halt noch “Heimcomputer”. Ich fand ich seine Apple IIe’s, Logo und dBase III aber immer sehr suspekt. Tja und heute sitze ich vor einem iMac, programmiere selbst und kenne mich gut mit Excel und SQL aus, so ist das halt. Herr Fried wird daran nicht ganz unschuldig gewesen sein, da er uns immer wieder sehr interessante Dinge gezeigt hat. Vor allem erinnere ich mich an den voll ausgestatteten C64 in dem abgeschlossenen Räumchen gegenüber vom Sekretariat. Da durften wir nie rein obwohl das der Traum meiner schlaflosen Nerdnächte war

Last but not least unser Reinhard Müller-Brodmann. Der Musiker, der nebenbei auch Physiklehrer ist oder war es umgekehrt? Also bei ihm hatten wir jedenfalls hauptsächlich Physik gehabt. Physik fand ich damals noch nicht so interessant, bei ihm war es aber trotzdem spannend! Heute finde ich Physik auch wesentlich interessanter als Chemie. Reinhard hatte auch noch so einen Rockworkshop mit einigen Schülern, in dem er ihnen allerlei Instrumente und die Basics beibrachte damit es auf der Abschlußfeier auch gut klingt. Reinhard war sowas wie der zweite Klassenlehrer neben Anette und wir harmonierten wunderbar miteinander und es war eine sehr schöne Zeit zusammen. Er war auch so freundlich mit mir damals extra noch mal in den Physiksaal zu gehen und diese lustigen Fotos mit ihm zu schießen 😀

Reinhard macht heute übrigens immer noch coole Musik und hat einen eigenen Youtube-Kanal sowie ein Blog über seine Band, die Miller-Brazzman-Band (MBB) und ist auch auf Soundcloud zu finden, schaut mal rein, es lohnt sich!

Zuguterletzt noch ein Phantombild unseres Schulrektors Herrn Henkel, der damals anscheinend nicht bei allen Schülen volle Zustimmung fand. Wir möchten Euch dieses Meisterwerk an Tafelkreidekunst nicht vorenthalten, signiert wurde es am 29.06.1990 von den Pseudonymen “Christian / PW”, “Dieter / BS” und “Bramme”. Außerdem ist noch die Schreibschrift einer Schülerin zu erkennen die aber anonym bleiben wollte. Wer die Künstler wohl waren und ob Herr Henkel es jemals zu Gesicht bekam?

Es gab noch weitere Lehrer, von denen ich weder ein Foto noch einen Namen habe. Wie hieß noch gleich die Französischlehrerin? Frau Grotte vielleicht? Dazu fällt mir noch eine Anekdote mit Rupert ein:

Lehrerin: “Rupert, was heißt c’est un belle place pour tout le monde?”
Rupert: “Das ist ein schöner Platz um den Mond zu betrachten?”

Sensationell bis heute An was oder welche anderen Lehrer erinnert Ihr Euch noch?

3 thoughts on “Die Lehrer

    1. Stimmt, habs jetzt auch im PROWO Heftchen gelesen, dort stehen auch viele Lehrernamen von der 5. bis zu 10. Klasse drin, die waren da alle in der Projektwoche dienstverpflichtet.

  1. In einer meiner ersten Englischstunden (5. Klasse) weiß ich noch, dass ich Channel als das französische Parfum vorgelesen habe. Weil schließlich war ich schon in Frankreich und hatte benanntes No. 5 daheim… heul…hahaha….

    Dann kann ich mich noch an Pipeline – quasi in Lautschrift vorgelesen – erinnern. Nur wer das war, weiß ich nicht mehr…

    Und dass Frau Vojkovic immer mit dem Schlüssel – vorzugsweise nach Michael Licht?! – geworfen hat…

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